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Pressemitteilung: Internationaler Tag der Familie am 15. Mai 2026

  • VAMV Thüringen
  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit


Alleinerziehende brauchen Sicherheit statt neuer Unsicherheit

 

Anlässlich des Internationalen Tages der Familie am 15. Mai fordert der Verband alleinerziehender Mütter und Väter Landesverband Thüringen e. V. ein klares politisches Bekenntnis zur Unterstützung von Familien und insbesondere von Alleinerziehenden.

 

Mit großer Sorge beobachtet der Verband die aktuellen politischen Debatten über mögliche Einschränkungen familienpolitischer Leistungen und sozialer Absicherungen. Auch dort, wo bislang noch keine konkreten Entscheidungen getroffen wurden, sorgen die Diskussionen bereits für erhebliche Verunsicherung bei vielen Familien.

 

Viele Alleinerziehende leben ohnehin unter einem enormen finanziellen, organisatorischen und psychischen Druck. Wenn zentrale Unterstützungsleistungen zunehmend öffentlich infrage gestellt werden, wächst bei vielen Betroffenen die Sorge, künftig wichtige Sicherheiten zu verlieren. Dies führt zu Zukunftsängsten und erschwert die ohnehin belastende Alltagsbewältigung zusätzlich.

 

Besonders kritisch bewertet der Verband die erneute Diskussion um mögliche Einschränkungen beim Unterhaltsvorschuss. Die Reform des Jahres 2017 war für viele Familien ein wichtiger sozialpolitischer Fortschritt. Seitdem können Kinder bis zur Volljährigkeit unterstützt werden, zudem wurde die frühere Begrenzung der Bezugsdauer aufgehoben. Gerade Alleinerziehende, die häufig alleine die Verantwortung für Einkommen, Betreuung und Alltag tragen, sind auf diese Unterstützung angewiesen.

 

Bereits die öffentliche Diskussion über eine mögliche Rückkehr zu früheren Begrenzungen sorgt bei vielen Betroffenen für große Unsicherheit. Für zahlreiche Familien stellt der Unterhaltsvorschuss keine ergänzende Leistung dar, sondern eine grundlegende finanzielle Absicherung des Familienalltags.

 

Der Verband warnt davor, familienpolitische Leistungen zunehmend unter finanzielle oder haushaltspolitische Vorbehalte zu stellen. Familien benötigen Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Stattdessen entsteht bei vielen Eltern der Eindruck, dass wichtige Unterstützungsleistungen jederzeit zur Disposition stehen könnten.

 

Dies betrifft nicht nur den Unterhaltsvorschuss. Auch Debatten rund um Kinderkrankentage, die Ausgestaltung der gesetzlichen Krankenversicherung oder die Verlässlichkeit von Betreuungsangeboten sorgen bei vielen Familien für zusätzliche Unsicherheit.

 

Gerade Alleinerziehende sind in besonderem Maße auf funktionierende Unterstützungsstrukturen angewiesen:

 

•           auf verlässliche Kinderbetreuung,

•           auf ausreichende Freistellungsmöglichkeiten bei Krankheit der Kinder,

•           auf eine solidarische Gesundheitsversorgung,

•           sowie auf finanzielle Leistungen, die Kinder vor Armut schützen.

 

Wenn diese Sicherheiten wegfallen oder dauerhaft infrage gestellt werden, verschärft sich die ohnehin angespannte Lebenssituation vieler Familien zusätzlich. Kinder werden nicht planbar krank, Betreuungsausfälle lassen sich nicht beliebig auffangen und finanzielle Belastungen nehmen weiter zu.

 

Der Verband weist darauf hin, dass Alleinerziehende weiterhin überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen sind. Viele Familien bewältigen täglich die Herausforderungen aus Erwerbstätigkeit, Kinderbetreuung, Organisation des Alltags und steigenden Lebenshaltungskosten. Umso wichtiger sind stabile politische Rahmenbedingungen und verlässliche soziale Leistungen.

 

Der Internationale Tag der Familie sollte daher Anlass sein, Familienpolitik nicht als Einsparbereich zu betrachten, sondern als gesellschaftliche Investition in Kinder, Bildung, Teilhabe und soziale Stabilität.

 

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter LV Thüringen e. V. fordert deshalb:

 

•           den Erhalt des Unterhaltsvorschusses in seiner jetzigen Form,

•           verlässliche und ausreichend finanzierte Betreuungsangebote,

•           den Schutz sozialer Leistungen für Familien,

•           ausreichende Kinderkrankentage und soziale Absicherung für Eltern,

•      sowie eine Familienpolitik, die Sicherheit schafft, statt neue Unsicherheiten zu erzeugen.

 

Familien und insbesondere Alleinerziehende brauchen das Vertrauen, dass politische Zusagen Bestand haben und notwendige Unterstützungsleistungen nicht fortlaufend infrage gestellt werden.

 
 
 

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